20.9.07

Sinnentleerte Songtexte


Den Online-Auftritt der Süddeutschen find ich ja eigenlich ganz gelungen - optisch aufgeräumt, im letzten Jahr auch funktional extrem aufgerüstet und von der journalistischen Qualität her schon fast auf Spiegel-Online-Niveau. Umso trauriger, dass sueddeutsche.de ein so dankbares Thema wie "Sinnentleerte Songtexte" heute komplett versemmelt.

Witzig zwar die Übersetzung von Rihannas "Umbrella" ("Steh doch unter meinem Regenschirm - irm irm ih ih ih, unter meinem Regenschirm - irm irm ih ih ih"); auch Scooter darf in der Rangliste semantischen Sonderschulniveaus natürlich nicht fehlen:

There's Rick, there's Axel and there's me
I'm the candyman, also known as Dave, Dave from Sheffield
Furthermore known as the screaming lord
But you can call me Ice - Ice, Ice baby
Wicked!
doch dass man auf der guten Shakira rumhackt, ist nicht mehr fair: Die Zeilen
Lucky that my breasts
Are small and humble
So you don't confuse
Them with mountains.
gehören meiner Meinung nach zu den rhetorischen Glanzleistungen der jüngeren Pop-Geschichte und verleihen einem eigentlich total oberflächlichen Hit wie "Whenever, wherever" fast so etwas wie bekenntnislyrische Tiefe.

Übrigens - neben dem rechts oben abgebildeten Kult-Titel wäre das hier mein absoluter Favorit:
Die Wölfe im Gehege / sie kapituliern
Die Stars in der Manege / sie kapituliern
(Tocotronic; "Kapitulation")